Österreich: Vespa 50 Elektro-Umbau mit prosimo

Wenn ein Klassiker aus den 70ern still und leise durch Oberösterreich gleitet – und das mit richtigem Biss.

Jörg aus Oberösterreich liebt seine Vespa 50 Spezial. Baujahr 1978, zugelassen 1982, noch ohne Blinker – ein echtes Stück Roller-Geschichte. Aber die Freude am Fahren hatte zuletzt einen Haken: Der Vergaser verlor immer wieder Benzin, die Vespa sprang nicht an, die Zündkerze machte Probleme, der Tank leckte. Ölflecken in der Garage inklusive.

Statt den geliebten Roller aufzugeben, entschied sich Jörg für eine konsequente Lösung: Raus mit dem Verbrennungsmotor, rein mit dem KIT Vespa Small Frame 45 km/h 1 Akku von prosimo. Und weil er den Umbau so gründlich dokumentiert hat, dürfen wir seine Erfahrungen und Tipps mit allen prosimo-Fans teilen: PDF ansehen >>

Elektrisch umgebaute Vespa 50 Spezial von hinten, weißes Kennzeichen Österreich
Vespa 50 Spezial mit prosimo Elektroantrieb – Frontansicht mit neuem Radnabenmotor

 

Warum elektrisch?

„Der Umbau einer alten Vespa zu einem E-Antrieb ist sicherlich die klimaschonendste Lösung, wenn man weiter mit seinem geliebten Roller fahren möchte – und mit Sonnenstrom laden kann.“ So bringt es Jörg selbst auf den Punkt. Kein Öl mehr, kein Vergaser, keine Zündkerze. Dafür leiser Antrieb, tolle Beschleunigung und ein gutes Gewissen.

Das Kit: Was steckt drin?

Jörg bestellte das komplette KIT Vespa SF 45 | 1 Akku – bestehend aus:

  • Schwinge mit Hinterrad (Radnabenmotor)
  • Steuereinheit (Controller)
  • Gasrohr (Lenker) & Gasgriff
  • Befestigungsbleche für die Steuerung
  • Kapazitätsanzeige (Akkuladestand in % und Volt)
  • Akku & Ladegerät

Zusätzlich empfiehlt er aus eigener Erfahrung, ein neues Zündschloss und einen neuen Originalkabelbaum (einer originalen Verbrenner-Vespa) mitzubestellen. Die alten Kabel in einer Vespa dieses Alters sind oft brüchig oder gestückelt – ein neuer Kabelbaum gibt Sicherheit.

Frontansicht der umgebauten Vespa 50 Spezial (Baujahr 1978) mit dem prosimo KIT Vespa Small Frame 45 km/h. Am Hinterrad ist der neue Radnabenmotor sichtbar. Die Vespa behält ihr klassisches Erscheinungsbild – fährt aber jetzt leise, emissionsfrei und mit richtigem Biss.
prosimo Akku-Case unter der Sitzbank, links leer, rechts mit Akku
Vespa Elektro Umbau Anleitung von Jörg - hier runterladen
Jörgs Erfahrung und Anleitung hier als PDF downloaden

Schritt 1: Ausbau des Verbrennungsmotors

Der Ausbau von Motor, Tank, Vergaser und der alten Antriebsschwinge verlief reibungslos – laut Jörg auch für „Vespa-Unerfahrene“ gut machbar. Wichtig: Schrauben und Muttern aufbewahren. Tachometer, Tachowelle und das Bremsseil am Fußpedal wurden erneuert, da die alten Teile defekt waren.

Schritt 2: Neue Schwinge & Hinterrad einbauen

Die neue Schwinge mit integriertem Radnabenmotor wird mit der langen Schraube durch die Bohrung im Rahmen gesteckt und gesichert. Tipp: Das Hinterrad mit einem Gummizug nach vorne spannen – das erleichtert die Verkabelung erheblich.

Schritt 3: Neuer Kabelbaum & Verkabelung

Das Herzstück des Umbaus – und laut Jörg die größte Herausforderung. Einige seiner besten Tipps auf einen Blick:

  • Den neuen Kabelbaum über das alte Kupplungsseil (wird nicht mehr benötigt) durch die Lenksäule einziehen – die Tachometeröffnung dient dabei als Durchführung.
  • Kabel im Lenkerkopf nach Farbe verbinden; alle schwarzen Kabel (Masse) gemeinsam mit einer Schraube am Lenkerkopf befestigen.
  • Das „E-Lock“-Kabel (rosa) mit einem extra organisierten Kabel vom Bremspedal zum Zündschloss führen.
  • Keine Blinker vorhanden? Alle orangen Kabel einfach abisolieren – das vereinfacht die Verkabelung deutlich.
  • Die Kabeldurchführung zur Steuereinheit mit dem mitgelieferten Kantenschutz aus Kunststoff schützen.

Schritt 4: Zündschloss & Kapazitätsanzeige

Das neue Zündschloss hat Jörg platzsparend unterhalb des „Jokers“ (vorne an der Karosserie) angebracht – dafür musste ein Loch gebohrt werden. Wichtig dabei: langsam und vorsichtig bohren, da der Lack sonst abspringt. Das alte Zündschloss am Lenker blieb aus optischen Gründen erhalten, hat aber nur noch dekorative Funktion.

Für die Kapazitätsanzeige wurde der Gewindedom des alten Lichtschalters am Lenker ausgebohrt (das Gussmaterial ist sehr weich) – dort findet die Anzeige ihren neuen Platz.

Schritt 5: Akku einsetzen & Ladegerät verstauen

Der Akku sitzt bequem unter dem Sitz und lässt sich über eine Trageschlaufe einfach entnehmen – oder über den speziellen Steckerverschluss direkt im Fahrzeug laden. Als Schutz gegen Erschütterungen empfiehlt Jörg, eine geschäumte Kunststofffolie in die Batteriewanne zu legen.

Das Ladegerät findet seitlich in der Vespa gerade noch seinen Platz. Praktisch: So kann man es bei längeren Ausfahrten einfach mitnehmen.

 

Typenschein Vespa 50 Spezial Österreich Elektro Umbau
prosimo Akku-Case unter der Sitzbank, links leer, rechts mit Akku

Typisierung & Zulassung in Österreich: kein Problem

Die Ummeldung auf E-Antrieb beim Amt der Oberösterreichischen Landesregierung in Linz verlief problemlos. Das prosimo VE SF Kit 45 (Art.-Nr. VE-SF-45-TL) mit 3 kW Nennleistung und 45 km/h Höchstgeschwindigkeit wurde offiziell genehmigt und eingetragen.

Wichtiger Tipp: Die Fahrgestellnummer muss bei der Überprüfung gut sichtbar und frei von Lack sein! Bei Jörgs Vespa war sie unter Lackschichten vergraben – erst nach dem Freilegen klappte alles reibungslos.

„Der Umbau und das Anmelden bei der Zulassungsstelle ging ziemlich einfach – die Vespa ist leise, hat richtig Biss und lässt sich schnell aufladen. Prosimo hat bei aufkommenden Fragen immer rasch geholfen.“

— Jörg, Oberösterreich

Offizieller Genehmigungsbescheid Elektroumbau Vespa 50 Special, Amt der OÖ Landesregierung Linz 2025
Der offizielle Genehmigungsbescheid des Amts der Oberösterreichischen Landesregierung, Abteilung Verkehr, Linz, vom 12.07.2025. Der Umbau auf Elektroantrieb mit dem prosimo VE SF Kit 45 (Art.-Nr. VE-SF-45-TL) wurde gemäß §33 KFG 1967 ohne Einschränkung genehmigt. Eingetragene Nenndauerleistung: 3 kW, Höchstgeschwindigkeit: 45 km/h.
Originaler Typenschein Vespa 50 Special, Piaggio & Co. S.p.A. Genua, Österreich-Vertretung Josef Faber Wien
Der originale österreichische Typenschein der Vespa 50 Special von Piaggio & Co. S.p.A., Genua, Italien. Generalvertretung für Österreich war die Firma Josef Faber Ges.m.b.H., Wien. Dieses Dokument bildete die Grundlage für die spätere Typisierung des E-Umbaus.

Fazit: Ein Klassiker neu erfunden

Ein über 40 Jahre alter Roller, verwandelt in ein leises, sauberes und alltagstaugliches Elektrofahrzeug – mit offizieller Zulassung in Österreich. Jörgs Projekt zeigt, dass der Umbau auch ohne Vespa-Vorkenntnisse gut machbar ist, wenn man sich Zeit nimmt, die Anleitung sorgfältig liest und bei Fragen einfach fragt.

Vielen Dank, Jörg, für die ausführliche Dokumentation und das tolle Feedback! 🛵

Zum KIT Vespa Small Frame 45 km/h →

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